.....wenn ich so meine Wünsche auf facebook poste, die ja meist auch meine Wünsche reflektieren.
So wie heute: .....ich wünsch euch einen feinen Abend mit ein paar angenehmen Menschen, einem netten Gläschen Wein, schmackhaft kulinarischer Begleitung, überschwenglich philosophischen oder auch sonst spannenden Gesprächen, ein paar ausgetauschten Zärtlichkeiten....... auf jeden Fall voll von praller Lust am realen Leben...... :-)
Und was ist meine Realität? Ein gemütliches Fläschchen Welschriesling orgelt durch die Ganglien, ein weiteres wartet schon drauf geköpft zu werden, Lou Reed begleitet mich mit "Goodnight Ladies" und ich bin zwar allein, aber im Moment gerade recht relaxed auf meinem eigenen Planeten unterwegs.
Die Musik gewechselt auf Hans Söllner "loben und preisen", die zweite Flasche eröffnet, dem Leben die Sinnfrage gestellt und natürlich keine befriedigende Antwort an mich selbst gegeben.
Irgendwie ist es schon abgehoben mich auf der Tastatur selbst zu begleiten. Was will ich denn haben? Leben? Das ist gar nicht so einfach. Ich hab viel davon gehabt, viel mehr als alle, die mich umgeben. Bis mich die Psychokeule erwischt hat. Fünfundvierzig Jahre abrocken wie die Sau, begleitet von einer Prise manischdepresiver Zustände, die mich viel mehr abrocken liessen als den Rest der Welt, unterbrochen nur von den abgrundtiefen Abstürzen, die halt auch schon mal zwei Jahre gedauert haben (fuck!). Aber; was soll´s? Ohne das eine gibt es das andere auch nicht! Ist ein Gesamtpaket, das es nicht als Teilbestellung gibt. Und ein wenig kombinierte Persönlichkeitsstörung als Würze dazu; will heissen, ich bin nie allein, weil wir in mir schon eine fette Gemeinschaft bilden. Tja, rocken mit mir selbst..... Wer kann das schon von sich sagen? Jezt gerade stecken halt mal wieder zwei oder drei von den fünfen in mir in ihrer Depression. Dadurch schreiben wir gemeinsam wie die Teufel - und das können auch die Wenigsten. Nichts wie Vorteile in unseren Leben :-) Ich kann mit den meinen fliegen gehen ohne dass wir den Sitzplatz verlassen müssen; und wir haben Erlebnisse von denen andere nur träumen dürfen.
Zeitweise wäre der Kontakt zum echten, realen Leben, dem einfachen, dem angenehm unkomplizierten, halt auch was Feines. Ist halt schon sehr lange her, dass mich diese Utopie der Normalität des Daseins verlassen hat. Seitdem pfeiffe ich auf die höchsten Gipfel oder überlege ernsthaft mit der Vespa gegen die nächste Wand zu knallen, nur um endlich mal zu wissen ob es das Neue danach gibt - und es wirklich besser ist. Aber wenn ich mir dann die kindermissbrauchenden Verkünder der gepriesenen Botschaft ansehe, nehme ich sofort wieder Abstand von der Idee. Ausserdem ist der Glaube an den Grossen über mir sowieso nicht meine Sache.
Und jetzt; Pause und den nächtlichen klaren Himmel anschauen. Der gefällt mir ausgezeichnet seitdem ich zum ersten Mal über den Atlantik segeln durfte. Im realen Leben, begleitet von all meinen Ichs und meinen Geschichten im Kopf........
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