22.02.2011

Schreiben und neu erdenken....

Eigentlich hatte ich versprochen ein Stück zu schreiben. Ein "Ein-Frau-Stück". Aber als ich angefangen hab, ist der Beginn meines Buches aus mir rausgeflossen. In Form von mittlerweile elf Kurzgeschichten die irgendwie zusammenhängen hat es sich ganz einfach aufgetan. Auch gut; wollte ich sowieso schon länger in Angriff nehmen. Und jetzt, wo ich hier bin, weit weg von daheim, Job und alltäglichem Leben, in der mich zu relaxenden Einöde, hat eben das Buch begonnen Gestalt anzunehmen.
Ist wieder mal so gekommen, wie fast immer in meinem Leben. Die Dinge ergeben sich irgendwie von selbst, beginnen zu laufen und bremsen sich auch von selbst wieder ab. Durch´s Leben gleiten lassen und sehen was es so zu bieten hat. So hat sich das meine immer schon gestaltet und auf seine eigene Art und Weise ist es bisher immer recht gut gegangen.
Wenn ich nicht wusste was ich als nächstes tun soll, hab ich einfach die Zeitung aufgeschlagen und nachgesehen was mich so anspringt. Das nötige Grundwissen für den mir interessant erscheinenden Job hab ich mir im Normalfall binnen weniger Tage aus Fachbüchern angeeignet. Der Rest liess sich bisher immer noch in der ersten Arbeitswoche durch Zusehen, Aufsaugen, Mitdenken und Machen erlernen. Ob Segellehrer, Optionenhändler, Fotograf, Verhandler von Ölverträgen, Waschmittelverkäufer, Graveur oder Filmentwickler. Selbst die Navigation hat mir ein Freund innerhalb zweier Stunden, vor meinem ersten Job als Skipper, erklären müssen. Und dann hab ich einen Katamaran von Kroatien aus schadlos in kurzer Zeit nach Rhodos überstellt. In einer Zeit, als es noch keine Navigationsgeräte gab.
Klingt selbst für mich zeitweise noch immer fantastisch, aber ich denke mir; jeder hat so seine Begabung und das ist halt die meine. Bringt viele Vorteile mit sich, weil ich höchst flexibel leben kann. Birgt aber auch den gewaltigen Nachteil, dass mir defacto alles binnen kürzester Zeit extrem langweilig wird. Wozu was weitermachen, das ich kann, das mich nicht mehr weiter fordert, das in Routine übergeht?
Mal sehen wie das mit dem Buch oder vielleicht sogar mit den Büchern vorangeht. Das eine werde ich sicher fertigschreiben, nur als Beweis für mich, dass ich es kann. Bin auch schon sehr gespannt wie es so ist mich selbst dann zu lesen :-)
Und danach? Kommt sicher wieder was Neues.
Mich neu zu denken, neu zu erfinden um immer wieder neu zu leben ist das, was auch den Rest meiner sicher noch langen Lebenszeit bestimmen wird. Bisher gab es jede Menge Gutes, aber auch viel Schlechtes am Weg. Also nehm ich das Gute, reinige meine Festplatte von allem anderen und beginn mich neu aufzusetzen. Kann nicht jeder, was ich da so vorhab mit mir. Weil sich´s voraussichtlich auch nicht jeder erlaubt oder traut. Den kleinen Besitz der geschaffen wurde einfach sein zu lassen und ins Ungewisse zu stürmen. Die Angst vor dem kommenden Neuen in unbändige Vorfreude zu verwandeln.
Für mich allerdings gibt es zur Zeit keinen schöneren Gedanken, als das Unbekannte, das mich erwartet. Und zwar genau jetzt! Das Neue. Liegt unerforscht vor mir. Will Kennengelernt werden. Will erobert werden. Will mit mir kämpfen. Will sich mir hingeben. Will mich, weil ich es will. Also setze ich mal wieder neues Leben in die Welt. Mein Leben.....


Und wie immer, möchte ich auch heute zum Abschluss meiner ewigen Forderung wieder Ausdruck verleihen: KEINE GEWALT GEGEN KINDER! Mehr dazu gibt es unter http://www.scherasade.at