Ab dem Moment, wo der „Ernst des Lebens“ losgeht, beginnt die gnadenlose Benotung des Tuns. Vorbei ist es mit der unendlichen Leichtigkeit des süssen Seins. Vorausgesetzt natürlich, die Kindheit war bis dahin eine, die diese Bezeichnung auch verdient. Also eine in liebevoller Geborgenheit.
Unser Leben ändert sich mit dem ersten Schultag schlagartig und bestimmt den Rest der Zeit auf diesem Planeten. Wir werden darauf getrimmt Bestleistungen zu erbringen, koste es was es wolle. So ist unsere Gesellschaft nun mal aufgebaut. Das könnte ich jetzt seitenlang fundiert kritisieren; bringt allerdings Null komma Nichts. Weil es sowieso so ist.
Was wir dabei jedoch scheinbar vergessen haben ist, dass am Ende wieder das reine Nichts steht! Dazwischen gibt es allerlei Varianten: vom durchschnittlich permanent leicht verschuldeten Leben, über das höchst erfolgreiche Tun, bis zum kompletten Absturz ist alles möglich. Kommt nur drauf an wie gelungen die Mischung aus harter Arbeit, der nötigen Portion Glück, dem Umfeld aus dem wir kommen und dem Weg, den wir eingeschlagen haben ist. Und halt auch den zirka siebzehntausend anderen Dingen, die da alle so mitspielen.....
Was das Leben jedoch meineserachtens so richtig schön macht, sind diese ganz kleinen Momente des puren Seins. Für mich sind die immer sehr still. Unendlich still! Lassen mich einfach fühlen, dass es pure Schönheit im Leben gibt und zwar eine, die absolut nichts mit dem zu Tun hat was ich leiste.
Wobei ich auch dazusagen muss, dass ich zurzeit kaum was leiste. Weil ich vollkommen ausgebrannt bin. Die Gründe dafür, oder zumindest die erste Analyse auf Basis meiner ersten Therapieeinheit, sind den LeserInnen meines Blogs bekannt. Was ich schon gelernt habe ist, dass ich mich für meinen psychischen Zustand nicht mehr schäme.
Und jetzt steht in ertragbarer Kürze die nächste mehrmonatige Therapieeinheit vor mir. Eine, bei der ich meine Psyche weiter bis in den kleinsten Winkel durchforsten, durcharbeiten und aufräumen werde. Aufarbeiten, was aufzuarbeiten ist und den Sinn meines Lebens für mich persönlich auf eine neue Basis zu stellen.
Auf eine, die zumindest mir selbst die wundervolle Möglichkeit gibt, mich nicht mehr ausschliesslich aufgrund meiner monetären Erfolge oder auch erlebten Misserfolge und der damit verbundenen Statussymbole zu bewerten.
Ich hab jetzt also viel zu tun. Eine, wie ich bei der ersten Therapie erfahren konnte, extrem harte Arbeit an mir selbst. Aber auch eine, auf die ich mich wirklich sehr freue. Denn am Ende steht das, was ich am meisten in meinem Leben vermisse: die wundervolle Leichtigkeit des puren, mit mir selbst zufriedenen Seins!
Zum Abschluss eine zarte, heute mal rein wirtschaftliche, Anregung: Nachdem es in unserem System sowieso keine angedachte Alternative zur Leistungsgesellschaft gibt; schaut bitte nicht mehr weg, wenn die Basis dafür schon ganz zu Beginn zerstört wird!
Daran arbeite ich, wie viele meiner FreundInnen, unzählige KünstlerInnen und HelferInnen, seit langer Zeit. In der grossen Hoffnung unsere Gesellschaft wachzurütteln: "Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at
