.....meinen Freunden, Lebensgefährten und meiner Familie zuzumuten mit mir, vor allem aber mit der permanenten Belastung durch meine psychischen Zustände zu leben. Was bedeuten kombinierte Persönlichkeitsstörung, bipolare affektive Störung, Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität, Reaktion auf schwere Belastungen, posttraumatisches Angstsyndrom, generalisierte Angststörung, Essstörungen, hysterische Amnesie......
Für mich, rund zehn Monate nach der letzten Therapie, jetzt wieder die langsame Rückkehr der Kälte, langsame Rückkehr der Enge, langsame Rückkehr der Leere, langsame Rückkehr der Angst, langsame Rückkehr der Manie, langsame Rückkehr der Traurigkeit, langsame Rückkehr der Einsamkeit, langsame Rückkehr des Rückzugs vom Aussen. Langsam – ohne dass ich mich aus eigener Kraft wehren kann – schwindet alles dahin was Leben für mich bedeutet. Lebenslust, soziale Kontakte, Freunde, Freude, Liebe und zu guter Letzt mein Lebensmensch. Wieder habe ich zugelassen, dass mir meine Psyche die Freiheit des Seins und Tuns genommen hat.
Aber wie ist es für jene, die mich lieben zusehen zu müssen, wie ich immer mehr den Bach hinunter gehe, an einem Zustand der leider nicht einmal für mich selbst erklärlich ist. Meine Angst vor die Tür zu gehen zu erleben, zusehen zu müssen wie ich einfachste Dinge des Lebens nicht mehr bewältigen kann. Wie es mir unmöglich ist, soziale Kontakte zu pflegen und vieles mehr. Wie ist die, sich zwar langsam über fast dreissig Jahre eingeschlichene, aber plötzlich auftretende radikale Persönlichkeitsstörung zu verkraften, ertragen, verarbeiten und das ohne selbst in psychische Probleme zu gleiten?
Der Moment ist gekommen wo der Alltag mit mir für mein Umfeld unerträglich geworden ist. Kann ja auch nicht anders sein, wo ich mich doch selbst kaum mehr ertragen kann und das mit bis zu sechzehn Stunden Schlaf pro Tag „kompensiere“.
Das bedeutet vor Allem leider auch, dass ich gerade den Menschen der mir am Nächsten steht beginne kaputt zu machen! Für mich gibt es in dieser Situation nur eine gangbare faire Lösung: Ich muss meiner Partnerin den maximalen Freiraum schaffen, sich von der Situation zu erholen, wieder zu sich selbst zu finden und die eigene Lebenslust, Lebenskraft und Faszination an der Schönheit des Seins erneut erleben zu dürfen, es überhaupt zu schaffen, das wieder zu können.
Denn trotz, oder gerade auch wegen meiner psychischen Erkrankung, habe ich nicht das geringste Recht andere - und vor allem jene die mich lieben! - mit etwas anzustecken, von dem ich nur ganz langsam oder vielleicht auch gar nicht mehr loskommen werde. Ich darf, was mir aber viel wichtiger ist; ich will meinen Lieben nicht ihr lebenswertes Leben zerstören!
Für mich bedeutet das, dass ich es ab jetzt schaffen muss, aus meiner derzeitigen psychischen Gesamtsituation in ein normales lebenswertes Sein zurückzukommen. Ein Arbeitsprozess, der vielleicht sehr lange dauern kann. Aber das alles muss ab sofort auch so ablaufen, dass es für mein Umfeld schmerzfrei, belastungsfrei und erfreulich abläuft.
Das hat sich vor allem ein für mich ganz besonderer Mensch schon sehr, sehr lange verdient.........
30.01.2011
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