31.10.2011

In letzter Sekunde: Bankrettung!


Wie vom wilden Schwein gehetzt rennt der Kürbis über´s Feld. Hinter ihm die vollkommen ausser Rand und Band geratenen Verrückten, mit ihren Messern in der Hand.

Verdammte Traditionen der Zweibeiner! Wozu soll dieses Gemetzel an ihm und seinen ArtgenossInnen gut sein? Ausgehöhlt mit einer brennenden Kerze im Bauch auf Fensterbrettern herumzulungern. Es gibt doch wirklich Wichtigeres zu tun!

Wohin wenden. Wo verstecken? Da kommt ihm die rettende Idee. Heute ist nicht nur Helloween, sondern auch Weltspartag. Mit letzter Kraft rast er die Hauptstrasse des kleinen Dorfes hinunter, hinein in die rettende Bank. Zum Schalter, die nette Dame auffordernd mit ihm zu seinem Safe zu eilen.

Er sperrt mit grosser Erleichterung sein Schliessfach auf, springt hinein und versperrt es von innen. Bankrettung in letzter Sekunde. Ein wärmendes Gefühl von Geborgenheit huscht noch durch seinen kerngefüllten Magen, während er erleichtert einschläft......

Wenn wir endlich allen Kindern eine glückliche Kindheit in Geborgenheit bieten würden, könnte sich ein ganz gewaltiges kreatives Potential entwickeln, welches das Leben im Erwachsenenalter ungemein bereichern würde :-)

Daran arbeite ich, wie viele meiner FreundInnen, unzählige KünstlerInnen und HelferInnen, seit langer Zeit. In der grossen Hoffnung unsere Gesellschaft wachzurütteln: "Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

30.10.2011

Die grosse Chance......


Endlich, nach viel zu langer Zeit bekommen sie eine Stimme. Oder eigentlich viele Stimmen. Die misshandelten Kinder, die in den Heimen der unterschiedlichsten Organisationen von Kirche über Gemeinden bis zu privaten "Aufzuchtinstitutionen" gebogen und gebrochen wurden.

Mit unglaublichsten Mitteln, wie Schlägen aller Art, Erbrochenes immer wieder zu essen, nackt in der Kälte stehen und so weiter und so fort.

Jetzt ist es soweit, dass MinisterInnen, ExministerInnen, Kirchenoberhäupter und viele mehr ja sagen, zur kompletten Aufklärung des Geschehenen und zur Neuordnung in allen Heimen. Damit so etwas nie wieder vorkommen kann.

Allerdings finden rund 75 Prozent aller Misshandlungen und Missbrauchsfälle in der eigenen Familie statt. Und nachdem das Thema gerade jetzt in aller Munde ist, haben wir die grosse Chance!

Die grosse Chance ein generelles Umdenken in unserer Gesellschaft zu erreichen. Mit einem kleinen Anfang: SCHAUEN WIR NIE WIEDER WEG, WENN EIN KIND MISSHANDELT, MISSBRAUCHT ODER VERNACHLÄSSIGT WIRD.

Daran arbeite ich, wie viele meiner FreundInnen, unzählige KünstlerInnen und HelferInnen, seit langer Zeit. In der grossen Hoffnung unsere Gesellschaft wachzurütteln und damit allen Kindern eine glückliche Zukunft in Geborgenheit zu ermöglichen. Mit: "Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

29.10.2011

Fliegen lassen, Bimbam oder wie auch immer.... :-)


Der Hund flattert in die Küche und setzt sich direkt neben den Ofen. Gscht, gscht, gscht! Aufgeregt verscheucht ihn die Gans. In der Pfanne sind die fast fertig gefüllten Schnecken, bereit zum Marinieren, um sie ziehen zu lassen.
Für den morgigen Feiertag. Zur Feier der allseits bekannten, zu heiligen Ehren gekommenen, Annabelle. Hatte sie sich doch vor ihren Häschern in letzter Sekunde hinter einer Schnecke verstecken können. Und genau deshalb werden die lebensrettenden Hausträgerinnen seitdem aus Dank für das heldenhafte Verhalten tonnenweise verspeist. Am Jahrestag der selbstlosen Tat.

Und jetzt ist er reingeflattert, der blöde Hund und will sich über die Köstlichkeit hermachen, als gehörte er zur Gänsefamilie. Wie oft noch muss man ihm seine Karotte vor die Nase halten und ihm Salz in die Ohren streuen, damit er endlich kapiert, dass er seinen Sitzplatz hat, am Tischende, der eben für ihn, den Gartenhund reserviert ist.

Sollte sich ein Beispiel nehmen, am Hauskrokofanten. Der liebt es fröhlich schnurrend auf seinem Hocker zu liegen und brav zu warten, bis er ein Schlückchen von seinem geliebten süssen Lebertran bekommt. Dann zwitschert er fröhlich und wedelt zufrieden mit der Nase.......

So; und jetzt darf die Geschichte in Deinem Kopf weiterfliegen wohin sie will. Das macht Spass und den Tag locker. Und wenn Du Lust hast, kannst Du sie auch unten weiterschreiben. Als Kommentar...

Damit die anderen auch was davon haben. Oder auch nicht. Denn das Leben ist ja dazu da, dass man tut was mal will. Solange man anderen nicht weh tut!!!


Eine der wichtigsten Grundbedingungen für ein Leben, das einem die Freiheit gibt zu tun was man will, ist eine glückliche Kindheit in geborgener Umgebung. Denn nur dann hat man im Kopf auch die Freiheit sich alles vorzustellen, was das Leben bunt macht. Und alles zu erreichen, was man will. Weil man zumindest eine gute Basis hat, sich alles zuzutrauen......

Deshalb arbeite ich, wie viele meiner FreundInnen auch, für eine wundervolle Sache: „Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!“ Infos, Spendenmöglichkeiten, etc: http://www.scherasade.at

27.10.2011

Fröhliches Leben und ein wenig warten.....


Das Leben ist im Prinzip ein fröhliches. Die Jahreszeiten gleiten in ihrer Buntheit dahin, jede hat echt schöne Variationen anzubieten. Man kann fast immer draussen herumwandern und die Seele fliegen lassen. Erfreuliche Bilder tauchen vor dem geistigen Auge auf, nette Erinnerungen begleiten das Knarzen der Schritte, Vögel zwitschern fast immer und je nachdem wann man unterwegs ist, bietet sich ein interassentes Stück Landschaft dar.

Zugegeben, es gibt Zeiten, da ist die Fröhlichkeit nicht ganz so ausgeprägt, Alltagssorgen trüben das Bild dann etwas. aber eigentlich gibt es nichts, was man nicht überwinden, überleben kann.
Ist eigentlich alles nur eine Sache der Einstellung. Auch die hat man zeitweise nicht mehr selbst im Griff, vor allem wenn die Psyche in irgendeine Richtung verrückt spielt.

Dann wird´s plötzlich schwarz am Tag und in der Nacht sowieso. Da bin ich auch gerade drin. Was soll´s; Hilfe in Form der nächsten Therapieeinheit ist am Horizont in Sicht. Aufarbeiten, aufräumen, durchputzen, durchdenken, erledigen und dann wieder frisch rein in das was das Leben lebenswert macht: Fröhlichkeit, Leidenschaft, Freude, Liebe und alles, was ich mir sonst noch so wünsche.

Und bis dahin? Ich hab jetzt beschlossen die Zwischenzeit mit Mitteln der Pharmazie zu überbrücken. Das ist weder beispielgebend noch nachahmenswert. Aber auf der anderen Seite denke ich mir, ich habe sehr wohl das Recht dazu! Warum soll ich mir die Buntheit nicht eine zeitlang künstlich holen, wo es doch die Möglichkeit dazu gibt.

Und so sitze ich seit geraumer Zeit endlich wieder mal hier und schreibe mit einem doch sehr breiten Lächeln vor mich hin. Wie gesagt; das sollte man wirklich nicht lange machen und auch nicht übertreiben, aber für eine kurze Überbrückungszeit ist es wunderschön....... :-)

Fröhlichkeit, Leidenschaft, Freude, Liebe und alles was dem Leben einen feinen Sinn gibt, kann natürlich auch gefördert werden: am Anfang des Daseins, mit einer glücklichen Kindheit in Geborgenheit! Deshalb arbeite ich, wie schon sehr viele andere auch für: "Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" Infos darüber gibt´s hier: http://www.scherasade.at

26.10.2011

Die schönste Sache der Welt.....


Einfach anlehnen, ein wenig kuscheln, ein paar Streicheleinheiten, ganz viel Ruhe und Wärme fühlen. Nicht viel reden oder vielleicht auch gar nichts. Sich der Selbstverständlichkeit der menschlichen Nähe hinzugeben. Das hat verdammt viel mit Vertrauen zu tun.

Vertrauen, das man mit Glück in der Kindheit erfährt und dann ein Leben lang genussvoll auskosten kann. Oder man hat Pech, so am Anfang des Lebens. Dann kann man versuchen Vertrauen zu lernen, zu verinnerlichen, zu erleben. Soll auch funktionieren; wird zumindest behauptet. Denn die kleinste Kleinigkeit wirft einen sofort wieder zurück. Ob man will oder nicht.....

Wenn man Kindern eine echte Kindheit in Geborgenheit und Liebe gibt, schenkt man ihnen damit eine Zukunft, die ein echtes Potential für ein glückliches Leben in sich birgt. Es ist mir unverständlich, warum das nicht selbstverständlich ist!

"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

Heimat, bist du grosser Töchter, Söhne...


Heute feiern wir unsere grossartige Nation. Alles ist auf Hochglanz herausgeputzt, am Heldenplatz dürfen wir unsere Landesverteidigung bewundern, in der Präsidentschaftskanzlei erwartet uns Heinz Fischer mit seiner Frau, im Parlament können wir sehen wie der Ort aussieht, an dem Entscheidungen getroffen und Gesetze gemacht werden.

Gesetze wie jenes der Kinderrechte in Österreich. Würde es eine millionenschwere Lobby geben, eine solche, wie wir sie täglich aus den Medien für diverse Bereiche kennen, wären wir voraussichtlich schon so weit, dass Kinder den Erwachsenen gleichgestellt wären. Zumindest beim Schutz vor all den Dingen die so jeden Tag passieren.

Was wir schon seit langem wissen, ist das Folgende: Pro Jahr werden in Österreich zirka 10.000 Kinder sexuell missbraucht und rund 30.000 Kinder körperlich oder seelisch misshandelt. Über 75 Prozent der TäterInnen kommen aus der eigenen Familie! Und dann gibt´s da noch die Dunkelziffer, also jene Fälle, die niemals an´s Licht kommen.

Das wissen auch unsere gewählten Volksvertreter im Nationalrat! Wie uns das folgende Zitat aus einem Antrag des Familienausschusses zeigt, der von einer noch viel grauslicheren Zahl ausgeht:

”Als eine der schlimmsten Bedrohungen für ein Kind in unserer Gesellschaft ist sowohl dessen körperliche als auch psychische Misshandlung zu zählen. Statistisch gesehen werden in Österreich jährlich zirka 125.000 Kinder körperlich und/oder sexuell missbraucht, obwohl sich Experten darüber einig sind, dass die Dunkelziffer solcher Gewaltanwendungen wesentlich höher liegt. Die Ursachen dafür sind häufig – aber nicht ausschließlich – in der Biographie der Eltern zu suchen, die selbst Opfer von Gewalt in der Familie waren und diesen Umgang an ihren eigenen Kindern in Form von Misshandlungen weiterleben.“

Damit wirklich eindeutig klar ist wovon ich hier schreibe eine sicherlich unvollständige Auflistung der Dinge, die Kindern in unserer Nation täglich passieren:

Physische Misshandlung: Schläge mit Hand, Stöcken, Gegenständen, Stossen, gegen die Wand schleudern, Schütteln eines Kleinkindes, Verbrennen, Einklemmen, Kind untertauchen, Würgen, Urin trinken oder Kot und Erbrochenes essen lassen...

Psychische Misshandlung: Ablehnung, Verängstigung, Terrorisierung, Isolierung, beschimpfen, verspotten, erniedrigen, einsperren, bedrohen.....

Sexuelle Gewalt: vor oder an einem Kind vorgenommene sexuelle Handlungen, also Vergewaltigung oder Onanie. Gegen den Willen des Kindes oder Ausnutzung des Machtgefälles zum Kind und dessen Abhängigkeit zur eigenen Befriedigung auf dessen Kosten. Vermietung von Kindern an andere Personen zwecks sexueller Handlungen....

Vernachlässigung: unzureichende Pflege, Kleidung, Ernährung, gesundheitliche Fürsorge, unzureichende Beaufsichtigung, keine Zuwendung, mangelhafter Schutz vor Gefahren, mangelhafte Förderung und Anregung von Talenten.......

Gerade an dem heutigen Tag, unserem Nationalfeiertag, an dem wir uns so viele schöne Dinge ansehen können, hätte ich einen Wunsch. Einen Wunsch an alle Menschen in diesem Land; und zwar an ALLEN TAGEN DES JAHRES!

Setzen wir gemeinsam das wichtigste Zeichen gegen Kindesmisshandlung - SCHAUEN WIR NIE WIEDER WEG!! Nur wenn niemand mehr wegsieht, wenn ein Kind misshandelt wird, können wir alle gemeinsam die Situation verändern. Und damit sicher sehr viel mehr stolz sein auf unser Österreich! Ein Land in dem die grossen Töchter und Söhne in Sicherheit, Geborgenheit und mit allen Chancen ausgestattet aufwachsen, die sie glücklichen Menschen machen.

Unser Verein „Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!“ arbeitet intensiv daran, dass sich die Situation ändert. Jede Unterstützung hilft uns! Kontakt, Informationen und laufende Aktionen: http://www.scherasade.at

25.10.2011

Und dann ist es da, das Gefühl....


Es ist ganz einfach nur schön! Das Gefühl, dass ich mich anlehnen kann. An einen Menschen. Ein wenig reden, ein wenig kuscheln und sehr viel Ruhe. Ganz einfach so. Aus Freundschaft. (Ist heute so ein Tag, an dem schon die zweite Flasche Veltliner meinen Gaumen kitzelt und deswegen meine Gedanken dem Schönen im Leben langsam aber sicher zufliegen...). Weil es eigentlich genau das ist, was dem Leben Zufriedenheit gibt. Also zumindest meinem.

Nicht viel reden müssen, nichts erklären müssen, einfach sein dürfen. Ruhig, mit dem tiefen Gefühl, dass menschliche Nähe ohne jede Bedingung sein kann. Zärtlichkeit, Feingefühl, ein wenig Leidenschaft, aber vor allem: Ruhe von allem, was sich da draussen so abspielt.

Es gibt da ein paar erwachsene Menschen, die ich als Kinder kennengelernt habe: im Kinderdorf Pöttsching. Der Platz, an dem wir das Schöne am Leben zum ersten Mal gesehen haben. Und in den Augen der anderen, was davor so war....

Wie schon oft angefragt, gefordert, lautstark hinausgerufen: Ihr seid alle willkommen uns zu unterstützen: "Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

Bilder, Bilder, Bilder....


So von Zeit zu Zeit surren die Gedanken höchst ungeordnet durch den Kopf. Also eigentlich tun sie das immer, weil ich mich ja zu den glücklichen Hochbegabten zählen darf, die alles sofort verstehen, wahnsinnig viel können und alles immer im Kopf behalten. Angeblich ist das ja sehr geil und man wird darum beneidet.....
Aber zurück zu den surrenden Gedanken. Manchmal beginnen sie so zu rasen, dass sich alles zu einem sehr komischen Bild vermengt. Meine Freunde Amy und Fogo leben in Bangkok und sind zur Zeit von einer mächtigen Katastrophe bedroht, können jeden Moment ihr Hab und Gut verlieren. Hilflos dem Kommenden ausgeliefert, ohne irgendeiner Chance was dagegen zu tun!
Und ich? Hab gerade wieder mal versucht einen Spaziergang zu machen und bin an einer Panikattacke gescheitert. Also wieder herinnen. Im Warmen, im Trockenen, in Sicherheit.

Geht aber leider nicht in meinen Kopf hinein, dass ich in Sicherheit bin. Immer, da ich ja in Österreich lebe. Und was immer mir unsere vollkommen verwirrten PolitikerInnen erzählen wollen: es geht mir gut, ich bin abgesichert, bin in Sicherheit und habe keine Probleme.

Trotzdem ist das Bild im Schädel ein vollkommen anderes. Weil die Psyche wieder mal rebelliert wie die Sau. Weil das was schon lange her ist, sich nicht wegschieben lässt. Immer wieder auftaucht und da ist. Da bleibt. Tja, ich bin mir sicher: echt beneidenswert, wenn man sich alles merkt und sich immer und immer wieder daran erinnern kann.....

Trotzdem gibt es was, das einen noch heftiger erwischen kann. Hat mir vor Kurzem ein Freund geschrieben und ich bin mir sicher, dass ich ihn zitieren darf, also tu ich das: „Die Mutter meiner Frau war im Heim am Wilhelminenberg. Da war sie 12. Sie hat alles verdrängt. Jetzt plötzlich bricht alles wieder in ihr auf. Sie hat sich schon beim Weissen Ring gemeldet. Sie versteht nicht, warum sie das alles über die Jahrzehnte nicht mehr "wußte". Jetzt kommt alles wieder hoch. Schwere Zeit für uns alle.“

Und dann hat er noch etwas dazugefügt:
Ich fühle mit dir. Mir geht es zwar bei weitem nicht so wie dir, aber es geht mir trotzdem. Und zwar sehr. Sehr oarg. Im Gedanken bin ich oft bei dir. Auch wenn ich mich grad verstecke. Ich sehe dich oft vor mir. Im Kinderdorf. Heute weiß ich, warum ich damals fühlte, was nur Menschen fühlen, die ähnliches erlebt haben. Ich sah es in dir.

Das ist das Kinderdorf Pöttsching, das wir zur Zeit mit „Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!“ unterstütze. Damals musste man zu den Hochbegabten gehören um aufgenommen zu werden. Hochbegabte Sozialwaisen, wie das so nett geheissen hat.
Heute reicht es vollkommen, wenn die Kids misshandelt oder missbraucht worden sind. Und wenn ein Platz frei ist. Und genug Geld da ist um das zu finanzieren, was zu den schönsten Möglichkeiten im Leben eines Kindes gehört. Ihm zu helfen die Bilder im Kopf wegzuarbeiten. Und daran zu glauben, dass das Leben sicher und schön ist.
Und die lieben Eltern, Onkels, Tanten oder Nachbarn keine Gefahr mehr darstellen......

„Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!“ Es werden immer mehr, die uns unterstützen. Immer mehr, die nicht mehr wegschauen. Wir freuen uns über alle, die noch dazu kommen: http://www.scherasade.at

24.10.2011

Die Geschichte einer Liebe....


Sie hatten wirklich viel Zeit gehabt sich kennenzulernen. Er war immer wieder zu Besuch gekommen, hatte nette kleine Geschenke mitgebracht, sich fürsorglich um sie gekümmert wenn sie mal krank war.
Sie hatten gemeinsam Ausflüge gemacht, die Natur genossen, ausgelassen in der Wiese gespielt, viel gelacht. Sie waren sich ganz einfach gegenseitig sehr sympathisch.
Dann war er bei ihr zu Besuch, zum ersten Mal waren sie allein, hatten die ganze Wohnung für sich. Er hat ihr Schnitzel und Pommes gekocht, ihr Lieblingsessen.
In der Pfanne, in Butterschmalz ganz knusprig gebraten. Sie ist fasziniert in der Küche gesessen und hat ihm zugesehen, wie er für sie ganz allein diese Köstlichkeit zubereitet hat. Sie haben gescherzt, gelacht und sich gegenseitig fantasievolle Geschichten erzählt.
Nach dem Essen haben sie es sich auf dem Sofa bequem gemacht und er hat ihr mit seiner wunderbar sonoren Stimme noch eine Stunde lang aus ihrem Lieblingsbuch vorgelesen.
Dann hat er sie zärtlich in die Arme genommen, sie zum Bett getragen, langsam entkleidet und ihre zarte Haut gestreichelt. Sie hat ihn mit grossen Augen angesehen, zugesehen wie er seine Kleider abgelegt hat und zu ihr unter die Decke gekrochen ist.
Dann hatte sie zum ersten Mal in ihrem Leben Sex mit ihm. Das erste Mal; und dann immer wieder, wenn er zu Besuch gekommen ist und auf sie aufgepasst hat. Weil ihre Eltern mal einen Abend für sich haben wollten. Und sich gefreut haben, weil der liebe Onkel sich immer gerne bereit erklärt hat auf ihre fünfjährige Tochter aufzupassen. Der Onkel, den ihre Tochter doch so lieb gehabt hat.....

Es ist erwiesen, dass zwischen einem Drittel und 80% aller Selbstmordversuche auf sexuellen Missbrauch sowie körperliche oder psychische Misshandlung in der Kindheit zurückzuführen sind.

Es tut mir leid, dass ich euch diese Fakten zeitweise auf eine derartig schockierende Weise vor Augen führen muss. Aber es ist leider so, dass sich in unserer Gesellschaft nichts ändert!
Pro Jahr werden in Österreich zirka 10.000 Kinder sexuell missbraucht und rund 30.000 Kinder körperlich oder seelisch misshandelt. Über 75 Prozent der TäterInnen kommen aus der eigenen Familie!

Das ist der Grund, warum ich immer wieder und immer lauter meiner Forderung Ausdruck verleihen werde: KEINE GEWALT GEGEN KINDER! Wer uns unterstützen will, ist herzlich willkommen: http://www.scherasade.at

08.10.2011

Angst.....


Aufwachen, Augen noch nicht geöffnet, der Magen krampft sich zusammen, Angst....

Aufstehen, Kaffee kochen, einen Blick beim Fenster raus, der Magen krampft sich noch viel heftiger zusammen; Angst. Das Display am Telefon beginnt zu blinken. Der Klingelton meldet den eingehenden Anruf. Der Magen krampft sich zusammen; Angst. Es hört auf zu läuten, tief durchatmen, langsam löst sich das unangenehme Gefühl auf. Piep, Nachricht. Zusammenzucken; Angst. Vorhänge zuziehen, kontrollieren ob die Tür abgesperrt ist, an den Computer setzen, surfen. Ein, zwei, vielleicht drei Achterl Wein im Laufe des Tages, das Telefon kann läuten so oft es will, Sonnenuntergang, tröstliche Nacht...

Bei FreundInnen eingeladen, ein Fest mit einigen musikalischen Leckerbissen, viele Bekannte, auf die ich mich sehr freue; duschen, rasieren, stylen, anziehen, Tür aufsperren, rausgehen, BAM!; Angst! Sofort zurück, Mail "kann leider nicht kommen" abschicken, kontrollieren ob die Tür abgeschlossen ist, Achterl einschenken, ein wenig surfen, warten auf die Müdigkeit, Angst davor wieder einmal FreundInnen zu verlieren, der aufkommende Schlaf lässt mich vergessen...

Aufwachen, Augen noch nicht geöffnet, der Magen krampft sich zusammen, Angst....

Generalisierte Angst. Vor allem, vor nichts. Zeitweise wie weggeblasen von der Manie, die in immer kürzeren Abständen in einer Depression endet und ihr dann wieder breiten Raum bietet; der Angst...

Wer das kennt, lebt in seiner eigenen Hölle. Wer das nicht kennt: Glück gehabt! Und keine Ahnung wie das ist. Genau so, wie man keine Ahnung hat wie schmerzhaft ein Knochenbruch ist; bis der erste Knochen bricht......

Es ist keine Schande in ein Burnout zu kippen. Es ist keine Schande psychisch im Eck zu sein. Es ist keine Schande einfach nicht mehr zu können. Es ist keine Schande Hilfe zu brauchen. Es ist nur dumm nichts dagegen zu tun. Weil das Leben nicht nur das einzig verfügbare, sondern auch ein schönes ist. Wenn sie wieder weg ist, die Angst.....


Wie immer, bis sich die Einstellung unserer Gesellschaft geändert hat und auch damit vielleicht weniger Menschen ohne Grund Angst vor dem Leben haben, beende ich meine Zeilen auch heute mit meiner gleichbleibend lautstarken Forderung: KEINE GEWALT GEGEN KINDER! -> http://www.scherasade.at

03.10.2011

Back to the roots.....


Irgendwann, so mit 35 hab ich begonnen all diese Scheisse wirklich zu glauben. Dass man gut sein soll im Leben, dass mein präpotenter Umgang mit Menschen schlecht ist, dass alles was man gibt einmal zurückkommt und so weiter und so fort.

Das war vor 15 Jahren. Ich hab also mein Leben umgestellt, hab allen immer geholfen, hab geschaut, dass ich nicht mehr anecke, bin also zum netten Mitbürger geworden. Hat eine zeitlang auch irgendwie funktioniert und war ganz interessant.

Dann allerdings, so vor 10 Jahren bin ich psychisch langsam in die Knie gegangen. Hat mit meiner Kindheit zu tun, ist aber den LeserInnen des Bloggs hier hinlänglich bekannt. Auf jeden Fall hab ich mich noch mehr angestrengt jedem zu gefallen, bin zwischendurch extrem in die Knie gegangen, wieder aufgestanden, war wieder ein "ganz Lieber", bin wieder in die Knie gegangen, wieder aufgestanden......

Dann der Komplettzusammenbruch vor mehr als einem Jahr, Therapie (in der ich noch immer bin, in Kürze wieder für drei Monate Intensivzyklus) und der Versuch weiterhin ein Guter und Lieber für alle zu sein.

Heute bin ich auf der Strasse gegangen und hab mir irgendwann gedacht: "Was soll die ganze Scheisse eigentlich?". Die einen haben mich betrogen, die anderen haben mit meine Kohle abgenommen, die dritten haben sich gefreut einen Deppen gefunden zu haben.

Und meine wirklichen FreundInnen haben mich zwischendurch immer wieder mal gefragt ob ich einen Knall habe, weil ich immer gepredigt habe, dass alle Menschen gut sein müssen! Weil ich gemeint habe, dass ich immer gut zu den Menschen sein muss. Verständnis für die Probleme der ganzen Welt haben muss. Helfen muss, wo immer ich helfen kann.

Meine wirklichen FreundInnen; die meisten kenne ich schon länger als 15 Jahre und ein paar neue sind in den letzten Jahren dazugekommen. Das sind die Menschen, die verstehen werden (einige von ihnen werden sich sogar freuen!), dass ich mich jetzt wieder dorthin entwickeln werde, wo ich schon einmal war. Zu dem Menschen mit dem notwendigen Sarkasmus, der schon mal weh tut, der Skepsis gegenüber denjenigen, die sich zu sehr anbiedern, zu dem, der sich mal zuerst um seinen eigenen Rock im Leben kümmert, zu dem, der Liebe, Lust und Leidenschaft wieder als Eigengenuss ansieht, bei dem andere dabei sein dürfen, wenn sie wollen und vor allem; wenn ich sie wirklich dabei haben will.

Und die anderen werde ich nicht mehr freundlich angrinsen, nur weil das von mir als guter Mensch erwartet wird. Ich werde auch meine "schönen" Botschaften in die virtuelle Welt extrem einschränken, denn wozu sind die eigentlich gut? Dass sich andere wohl fühlen; andere, die ich eigentlich überhaupt nicht kenne! (gefällt mir!)

Ich bin heute draufgekommen, dass die Zeit die mir noch zum Leben bleibt doch viel zu schade dafür ist, um zu den meisten nett zu sein!
Und das tut mir jetzt schon verdammt gut, lässt mich leichter atmen und spendiert mir ein kleines Grinsen; ganz für mich allein.... :-)

Eines gibt es allerdings, wofür ich mich immer einsetzen werde: KEINE GEWALT GEGEN KINDER! Ab jetzt voraussichtlich noch etwas direkter, härter und mit noch viel, viel weniger Rücksicht auf die TäterInnen!

Wer uns dabei unterstützen möchte: "Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" http://www.scherasade.at

PS.: Wer mich so mag, wie ich wieder sein werde; gut so!
Und der Rest:.....................