Es ist jetzt wirklich in Kürze soweit! Achtzehn Tage noch, dann beginnt mein stationärer Aufenthalt im psychosomatischen Zentrum. Wird wieder rund drei Monate dauern und mich weiter vorwärts bringen. Harte Arbeit an mir selbst, die ein richtig gutes Ergebnis bringen wird.
Es ist auch höchst an der Zeit. Zur Zeit beantworte ich mehr als 400 Fragen zum Thema Kindesmisshandlung. Täglich! Und das, obwohl ich mit meiner eigenen Kindheit eigentlich wirklich genug zu tun hätte. Menschen, die mich direkt umgeben, fragen mich ob ich einen Knall hab. Ich soll endlich damit aufhören und auf mich selbst schauen. Beziehungen zerbrechen, mein Lebensmensch ist extrem froh wenn ich endlich weg bin. Mir rinnen beim Lesen der Nachrichten mindestens einmal pro Tag die Tränen runter, weil ich es einfach nicht packen kann, dass sich nichts verändert.
Und doch hat sich was geändert: wir sind mehr geworden, bei meinem Projekt "Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!". Die gesamte Mannschaft von 3c Design, Tom Deinbacher, Roberta Scheifinger und viele mehr werden das Projekt vorantreiben, wenn ich nicht da bin. Meine Freunde zwingen mich also Vertrauen zu lernen! Ein Gefühl, das mir persönlich echt fremd ist....
Ich hab keine Ahnung was mich erwarten wird, wenn ich von meiner Therapie zurückkomme. Aber das Eine weis ich ganz genau: wenn ich nicht gehe, bleibe ich in dem Zustand, den ich am Besten mit "lebendig begraben" beschreiben kann!
Ich freu mich, dass mich die Freunde "zwingen" zu lernen ihnen zu vertrauen. Ich kann dabei nämlich sehr viel lernen, aber sicher nichts verlieren. Und das wiederum ist doch sehr schön..... :-)
Und niemals zu vergessen: ich habe einen wundervollen Bruder, auf den ich mich immmer verlassen kann!
Wer immer das liest und nicht wegschaut, wenn Kinder misshandelt werden, hat meine Sympathie!!!

Glaubst du denn wirklich daran, dass dir 3x3 Monate auf Therapie dein Leben wiedergeben können?
AntwortenLöschenUm mit deiner Vergangenheit abschließen zu können, solltest du vor allem dieses lernen:
an dich selber zu glauben!
Niemand wird dich aus dem Sumpf herausführen können.
Mit anderen Augen betrachtet:
auch dein Leiden hat einen Sinn.
Durch deinen Einsatz bei Scherasade ist es vielleicht möglich, einem Bruchteil von Betroffenen zu helfen. Und wenn es nur einer oder zwei davon sind, so ist das schon als Erfolg zu verbuchen.
Das "lebendig begraben" kenne ich allzugut.
Therapie ist ausschliesslich intensive Arbeit an mir selbst um mich selbst aus meinem Sumpf rauszuholen, was natürlich sonst niemand kann. Das ist sicher kein Urlaub irgendwo in der Botanik um zu relaxen! Und natürlich geht es darum an mich selbst zu glauben, repsektive mich mal überhaupt kennenzulernen, zu wissen wie mein Ich aussieht. Auf das Leiden könnte ich trotzdem mittlerweile gerne verzichten, denn das geht jetzt schon seit Jahren so, also hab ich langsam genug davon. Aber ich werde es irgendwann erarbeitet haben und damit beenden können. Ebenso, wie das Gefühl lebendig begraben zu sein.
LöschenLG, Richard
PS.: Nachdem nicht gar so viele Menschen wissen, dass meine Therapie für drei mal drei Monate in den nächsten drei Jahren angesetzt ist, könntest Du ruhig mit Deinem Namen unterzeichnen :-)