27.11.2011

Meine eigene Welt, in die ich zeitweise muss...


Ich hab da so einen Platz in meinem Kopf wohin ich mich zurückziehen kann, wenn ich das Draussen nicht mehr aushalte. Das passiert immer wieder, schon seit sicher dreissig Jahren. Ist für meine Umwelt nicht gerade sehr angenehm, weil ich dann defacto aufhöre zu reden. Aber für mich ist es gut und damit muss es so sein.

Ich konzentriere mich dann ausschliesslich auf kreative Projekte, zur Zeit sind es meine Skulpturen. Grundformen mit der Kettensäge aus grossen Nussstämmen herauszuholen und sie dann mit diversen Werkzeugen zu verfeinern powert mich komplett aus.

Das hält mich dann auf wundersame Art und Weise davon ab, dass meine sowieso schon recht irre Gedankenwelt noch radikaler wird. Und scheinbar beginnen meine Skulpturen Interesse zu erwecken. Wäre wieder mal ein neuer Weg in meinem Leben, der sogar eine sehr lange Zeit laufen könnte. Denn es gibt unheimlich viele Materialien, die noch auf mich warten.

Das macht mich gerade sowas wie glücklich oder zumindest ruhiger. Und das bedeutet schon Glück für mich. Take of the one you love, take care of the one you need..... Und das gilt für mich im Moment wieder mal für mich selbst.

Trotzdem muss ich, wie immer, zum Abschluss betonen: ERST WENN BEI KINDESMISSHANDLUNG NIEMAND MEHR WEGSIEHT, WIRD SICH UNSERE GESELLSCHAFT ÄNDERN!
"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

21.11.2011

So darf es nicht mehr weiter gehen.....


Das Gefühlsleben spielt einfach keine Rolle mehr. Es geht nur mehr um´s blanke Überleben. Das Rausgehen ist eine Qual, das Drinnensein von tiefster Einsamkeit beherrscht, der Rest dazwischen von Leere besetzt.

Das Glas Wein sagt schon zum Frühstück „Hallo“, die fröhlichmachenden Psychotropfen warten sowieso schon neben dem Bett. Der für heute geplante Besuch einer wirklich aussergewöhnlichen Vernissage mit wundervollen Menschen wird nicht stattfinden, weil sich allein bei dem Gedanken an eine Ansammlung von Leuten der Magen umdreht.

Das erstickende Gefühl der absoluten Hilflosigkeit stürmt geradezu durch den ganzen Körper. An eine Partnerschaft ist nicht mehr zu denken, deshalb ist sie auch endgültig zerbrochen. Damit also auch der letzte als menschlich zu bezeichnende Kontakt abgebrochen.

So darf es ganz einfach nicht mehr weitergehen. Der einzige Freund ist der Computer und die Unmengen von persönlich fernen Kontakten im Internet. Jene, die sich mit dem nichtssagenden „gefällt mir“ bemerkbar machen.

Genau so geht es unglaublich vielen Menschen in unserem Land. Lebensunfähige Geister, die sich mit letzter Kraft am Leben halten, ohne genau zu wissen wozu das eigentlich noch gut sein soll.

Wenn wir es nicht bald schaffen in unsere Gesellschaft wieder Menschlichkeit und Nächstenliebe statt permanent nur Höchstleistung und Profitmaximierung einziehen zu lassen, hat unser Sein seinen tieferen Sinn endgültig verloren!


ERST WENN BEI KINDESMISSHANDLUNG NIEMAND MEHR WEGSIEHT, WIRD SICH UNSERE GESELLSCHAFT ÄNDERN!
"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

20.11.2011

Solange wir wegschauen, wird sich nichts ändern!


Das Folgende passiert Kindern täglich in Österreich! Die kleinste Abweichung von unbegreiflichen, unbegründeten oder willkürlich aufgestellten Normen werden härtestens sanktioniert. Prügel und Demütigungen im Alltag. Schläge, Stossen, gegen die Wand schleudern, Verbrennen, Einklemmen, Untertauchen, Würgen, Urin trinken oder Kot und Erbrochenes essen lassen, Ablehnung, Verängstigung, Terrorisierung, Isolierung, beschimpfen, verspotten, erniedrigen, einsperren, bedrohen, keine Zuwendung, mangelhafter Schutz vor Gefahren, mangelhafte Förderung und Anregung von Talenten und vieles mehr. Oder; sie ganz einfach ficken!

Und die Folgen für das spätere Leben sind höchst brutal:
Misshandlung führt bei Kindern zu massiven Selbstabwertungen und in Folge im späteren Leben zu verschiedenen psychischen, insbesondere affektiven Störungen. Das bedeutet, um nur einige Beispiele zu nennen: Depression, soziale Probleme, kognitive Probleme, Aggression, Hyperaktivität, Bindungsstörung, Risikoverhalten, Alkohol, Drogen, Ängste, Stress, Suizidgefährdung, Arbeitsunfähigkeit, Burnout, Abhängigkeit von staatlicher Hilfe, Lebensunfähigkeit.......

Wenn wir uns also fragen, warum unsere Gesellschaft so kalt, brutal und unsozial geworden ist; die Antwort liegt in der Behandlung unserer Kinder!

ERST WENN BEI KINDESMISSHANDLUNG NIEMAND MEHR WEGSIEHT, WIRD SICH UNSERE GESELLSCHAFT ÄNDERN!
"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

Innere Kälte macht´s schwierig.......


Irgendwie ist das alles sehr komisch. Alles, was bis gestern noch schön war, ist heute plötzlich nicht mehr da. Gedanken, die sich schon länger entwickelt haben. Eine Konsequenz, die sich auch schon geraume Zeit abgezeichnet hat. Ein Schritt, vor dem ich Angst hatte. Jetzt hat er sich eigentlich von selbst getan.

Der Ursprung ist meine innere Kälte. Meine Unfähigkeit die mich umgebende Mauer endlich niederzureissen und andere an mich heranzulassen. Warum auch immer, das ist ganz einfach so. Und genau so klar war auch, dass das irgendwann, wie immer wieder in meinem Leben, zum Ende führen muss.

Wenn jemand versucht mir nahe zu kommen, mir zu zeigen, dass alles gut sein kann, dann baut sich erst recht ein riesiger eisiger Block auf. Weil ich mich immer frage, was derjenige von mir wollen kann. Kann ja nicht sein, dass mich wer um meiner eigenen Person wegen mag. Das funktioniert in meinem Kopf ganz einfach nicht. So oft ich es auch versucht habe.

Lieber ein paar psychoaktive Substanzen und dazu zwei, drei Gläschen Wein, als mich einmal wirklich dem eigenen Ich zu stellen. Vielleicht weil ich mein Ich noch nie definiert habe, es in mir gar nicht existiert. Verdammte Scheisse, wenn ich jetzt mal ganz ehrlich zu mir selbst bin, hasse ich das wie die Pest.....


ERST WENN BEI KINDESMISSHANDLUNG NIEMAND MEHR WEGSIEHT, WIRD SICH UNSERE GESELLSCHAFT ÄNDERN!
"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

Und irgendwann geht alles den Bach hinunter.....


Ich hab immer geglaubt, dass diverse Geschichten nur anderen passieren. Burnout, psychische Probleme, nicht mehr können, Angst vor dem Draussen haben und schön langsam alle Beziehungen zu Menschen zu verlieren. Bis im Endeffekt auch die langjährige Beziehung zum Lebensmenschen in die Brüche geht. Weil mich einfach niemand mehr aushält.

Oder besser gesagt meinen Zustand niemand mehr aushält. Tja, jetzt ist es bei mir soweit. Die angekündigte Therapie verschiebt sich seit Monaten andauernd, ich bin mittlerweile unfähig mit Menschen echt menschlich umzugehen und habe eine Belastungsgrenze für mein Umfeld überschritten, die mich unerträglich macht.

Also muss ich mich auf den Weg machen. Woanders hin. Dort wo am Besten niemand ist, damit ich auch niemanden mehr verletzen kann. Ist so und ich schaffe es auch nicht mehr was dagegen zu tun.

Es ist zwar nicht sehr tröstlich, aber ich kenne das von vielen Menschen, die ich im Psychosomatischen Zentrum in Eggenburg kennen gelernt habe.

Es kommt ganz einfach irgendwann der Moment, an dem man – in dem Fall ich – einsehen muss, dass man den Zustand der psychisch harten Belastung seiner Umwelt gegenüber beenden muss. Ich ziehe diese Konsequenz jetzt und damit halt weiter, weil ich nicht will, dass jemand an dem zugrunde geht, was im Prinzip nur mich betrifft.

Vielleicht gibt es später mal wieder einen gemeinsamen Weg mit Freunden, Lebensmenschen, Bekannten und allen anderen. Schliesslich wird die nächste Therapieeinheit ja irgendwann doch noch kommen und dann ändert sich mein Leben wieder ins Positive. Für mich und ich hoffe, dass ich dann für mein Umfeld wieder erträglich sein werde.


ERST WENN BEI KINDESMISSHANDLUNG NIEMAND MEHR WEGSIEHT, WIRD SICH UNSERE GESELLSCHAFT ÄNDERN!
"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

18.11.2011

Meine Bitte: KINDERN KINDHEIT SPENDEN!


JEDER EURO SPENDET KINDHEIT!
Jede Spende unterstützt direkt unsere Arbeit:
SCHERASADE. KEINE GEWALT GEGEN KINDER!

Das Scherasade Spendenkonto
Kontonummer.: 52944 017 166
Bankleitzahl: 12.000 Bank Austria

Jede noch so kleine Spende bringt körperlich und seelisch musshandelten Kindern eine kleine weihnachtliche Freude. Und euch allen das gute Gefühl, dass ihr die Welt ein wenig schöner gemacht habt. Vielen Dank!


ERST WENN BEI KINDESMISSHANDLUNG NIEMAND MEHR WEGSIEHT, WIRD SICH UNSERE GESELLSCHAFT ÄNDERN UND UNSERE WELT BESSER WERDEN!
"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

17.11.2011

Es tut einfach nur gut.....


Karl´s (Name geändert!) Vater hat seinen Sohn elf Jahre lang nach allen Regeln der Kunst schwer misshandelt. Erst im Alter von 48 Jahren erfährt Karl, dass seine psychischen Probleme von diesen Misshandlungen stammen und ihn auch sein weiteres Leben begleiten werden.

Er lädt seinen Vater zu Essen ein um ihm die Tatsachen zu erklären. Sagt ihm aber auch gleich dazu, dass es ihm nicht um Schuldzuweisung, sondern ausschliesslich um die Klarstellung des Gewesenen geht.

Einige Zeit danach erfolgt eine hier nicht erwähnenswerte Diskussion per Mail. Zu erwähnen ist nur, dass Karl seinem Vater sein Bedauern darüber mitteilt, dass er ihn über die „Erziehungsmethoden“ belogen hat, da das ja alles (Schläge mit Schlauch, Stock, Faust, Einsperren, Erbrochenes essen lassen, etc) nicht stimme und die Kindheit doch sehr schön gewesen sei!

Das letzte Mail des Vaters lautet wie folgt: „Deinen Vorwurf bezüglich „Lüge“ möchte ich entschieden zurückweisen. Vielleicht bedeuten Dir Deine Recherchen eine gewisse Selbstbefriedigung. Damit möchte ich dieses Thema abschließen. Sollte im Rahmen der nächsten Therapie wieder eine Aussprache zwischen den Familienangehörigen als sinnvoll erachtet werden - was ja nur eine einseitige Suada mit Vorwürfen an Verfehlungen ergeben könnte- würde ich dazu nicht mehr zur Verfügung stehen.“

Danach ist der Kontakt zwischen Vater und Sohn abgebrochen. Vor zwei Tagen hat Karl seinen Vater durch Zufall bei einem Konzert im Musikverein getroffen. Der Vater hat seinem Sohn kurz die Hand geschüttelt und ist mit den Worten „ich hab den ganzen Tag nichts gegessen und muss zum Buffet“ sofort davongeeilt.

Nach einem Tag Nachdenkphase über das Geschehene beginnt sich im Gesicht von Karl ein breites Grinsen und in seinem Kopf ein richtig warmes Gefühl breit zu machen. Der jahrzehntelang das Leben von Karl beherrschende Vater hat scheinbar echt Angst vor einem persönlichen Gespräch, einer persönlichen Auseinandersetzung mit seinen Taten. Ein Täter, der sich vor seinem Opfer anscheisst.

Und das tut Karl seitdem einfach nur gut......


ERST WENN BEI KINDESMISSHANDLUNG NIEMAND MEHR WEGSIEHT, WIRD SICH UNSERE GESELLSCHAFT ÄNDERN!
"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

15.11.2011

Traumtanzen ist für mich immer wieder sehr nett.....


Hab wieder mal die ganze Welt umarmt, alles für bare Münze genommen und bin natürlich unweigerlich auf den Rüssel gefallen. Ist nicht das erste Mal und wird auch nicht das letzte Mal sein. Beginnt immer mit: "bei mir läuft´s zur Zeit nicht so gut, ich brauche Deine Fähigkeiten". Und nachdem ich nun mal gut Sanieren kann, mache ich das dann auch. Nicht immer aber doch fast......

Und wenn´s dann wieder läuft, bin ich abgesagt. Fadenscheinige Gründe, die mir mittlerweile ja schon ein innerliches Grinsen bescheren, werden vorgeschoben, um mir mitzuteilen, dass ich am Besten schon weg wäre.

Was ich an der Sache nie verstehen werde ist, warum da nicht ein einfaches "Danke, es läuft jetzt wieder rund, ich mache allein weiter" kommt, sondern ein irrsinniges Palaver gewürzt mit allerlei Eigenartigkeiten.

Vielleicht kommt es daher, dass es wenige Menschen mit einer starken Persönlichkeit und einem ausgeprägt, gefestigten Charakter gibt. Auf der anderen Seite muss ich ja auch zugeben, dass ich derartig schwammige Menschen scheinbar anziehe, wie die sprichwörtlichen Motten das Licht. Ich, die Lichtgestalt. Auch ein schräger Gedanke... :-)

Trotzdem macht es immer wieder sehr viel Spass was auf die Beine zu stellen und beim Loslaufen zuzusehen. Voraussichtlich würde es mir auf Dauer dann sowieso fad werden. Weil ich zugegebener Massen das Traumtanzen in mein Leben aufgenommen habe. Und da ist ein kurzer Tanz zum Höhepunkt sowieso das Schönste; danach beginnt das ewig gleiche Kreisen, für das in meinem Leben schon immer wenig Platz war.

Ich bin mehr der Typ, der gerne zum Gipfel rennt, kurz ausser Atem ist und dann langsam wieder bis ganz hinunter gleitet. Denn unten steht schön der Nächste, der mir sagt: "bei mir läuft´s zur Zeit nicht so gut....." Und wenn sich ein manisch depressiver Mensch wie ich drauf einstellt, ist das sogar ein sehr gutes Lebenskonzept.

Das Oben hab ich gerade abgeschlossen, also werde ich mir eine kurze Auszeit in Begleitung meines alten Bekannten Diazepam gönnen und warten was als Nächstes kommt. Muss auch so sein, weil sich der Startzeitpunkt für meine Therapie schon wieder verschoben hat. Deshalb: Auf Wiedersehen Welt, bis bald mal wieder.......

Zum Abschluss möchte ich noch meiner persönlichen Meinung Ausdruck verleihen: Es gäbe sicher viel mehr Menschen mit einer starken Persönlichkeit und einem ausgeprägt, gefestigten Charakter, wenn alle eine glückliche Kindheit in Geborgenheit erleben dürften. Nachdem das nicht so ist, hier wieder meine lautstarke Forderung: KEINE GEWALT GEGEN KINDER!

Und deshalb auch immer und immer und immer wieder in aller Deutlichkeit: ERST WENN BEI KINDESMISSHANDLUNG NIEMAND MEHR WEGSIEHT, WIRD SICH UNSERE GESELLSCHAFT ÄNDERN!
"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

09.11.2011

Rundflug..... :-)


Vertrauensverlust der Finanzmärkte, Papandreou zurückgetreten, Merkel pocht auf EU-Vertragsänderung, die zunehmende Krise in Italien gefährdet auch Österreich, Wirtschaftsweise schlagen „Schuldentilgungspakt“ vor, Deutsche Staatsbank will bei EADS einsteigen, Microsoft-Werbebündnis mit Yahoo und AOL, Gutachten: „Ikarus“-Gemälde stammt nicht von Bruegel, Mysteriöser Tod einer Jungrobbe in Schönbrunn.....

Ich biege jetzt mal eine Gurke in Form, denke über die tiefere Philosophie von Sein oder einfach nur Bleiben nach, poliere das Blatt des Gummibaums bis es in feinstem Dottergelb erstrahlt, erfreue mich riesig an der gewaltigen Tiefe von Durchsichtigkeit, röste eine Forelle im strahlenden Sonnenlicht, fliege eine grosse Runde um den Ameisenhaufen, schlachte meine Depression am Altar einer neuen Manie.....

Im Stolpern erkenne ich, dass sich die Erde wieder ein Stück weitergedreht hat. Der Flügelschlag eines Nachtfalters weht den heissen Hauch der Sahara in mein Gesicht. Die Wolken ziehen sich zusammen und tauchen den Himmel in wundervolles hellgrün. Engel tanzen allerorten zu den Klängen der Heuteistwiedernichtwalpurgisnachtcombo. Ein riesiges Glück für uns alle, dass es ausgerechnet heute nicht schneit.

Wie oft wird jemand am herannahenden Martinifest eine Gänsehaut haben? Fuchs wer hat die Gans gestohlen? Wird es ein gans heiterer Tag sein oder am Ente doch dem Fisch an den Kragen gehen?

Das hab ich mir auch schon gedacht, aber dann hab ich mich gefragt; warum?



Was mir dann doch sehr wichtig ist, möchte ich zum Abschluss mit aller Deutlichkeit noch sagen: ERST WENN BEI KINDESMISSHANDLUNG NIEMAND MEHR WEGSIEHT, WIRD SICH UNSERE GESELLSCHAFT ÄNDERN!
"Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

Erst wenn niemand mehr wegschaut.......


Jetzt sind sie in Österreich also da, die härteren Gesetze bei Kindesmisshandlung: Das Paket zum Schutz von Kindern sieht strengere Sanktionen für Gewalttaten Erwachsener gegen Unmündige (bis 14 Jahre) vor. Für alle Delikte werden Mindeststrafen von zumindest zwei Monaten vorgesehen.

Künftig sind also auch leichte Körperverletzung oder Quälen bzw. Vernachlässigen Unmündiger oder Wehrloser mit mindestens zwei bzw. drei Monaten Freiheitsstrafe zu ahnden.

Die Möglichkeit der Geldstrafe wird beschränkt und die Anwendung von Gewalt gegen Kinder soll bei der Strafbemessung als besonders erschwerend gelten.

ALLERDINGS IST SELBST DAS STRENGSTE GESETZT VOLLKOMMEN WIRKUNGSLOS, SO LANGE WIR BEI KINDESMISSHANDLUNG WEITER WEGSCHAUEN!

Vor allem beim Missbrauch innerhalb der Familie ist Schweigen das oberste Gebot. So sehr sich die Kinder das auch wünschen, sie können nicht darüber sprechen. Die Drohung des Täters, sie zu prügeln oder gar zu töten, kommt nicht selten vor, ist aber oft genug nicht nötig. Das Kind ist gewöhnt, aufgrund der Autorität des Erwachsenen zu gehorchen.

Und die Folgen für das spätere Leben sind höchst brutal:
Misshandlung führt bei Kindern zu massiven Selbstabwertungen und in Folge im späteren Leben zu verschiedenen psychischen, insbesondere affektiven Störungen. Das bedeutet, um nur einige Beispiele zu nennen: Depression, soziale Probleme, kognitive Probleme, Aggression, Hyperaktivität, Bindungsstörung, Risikoverhalten (Alkohol, Drogen), Ängste, Stress, Suizidgefährdung, Arbeitsunfähigkeit, Burnout, Abhängigkeit von staatlicher Hilfe, Lebensunfähigkeit.......


Nur wenn bei Kindesmisshandlung niemand mehr wegschaut, kann sich wirklich was verändern! Daran arbeite ich, wie viele meiner FreundInnen, unzählige KünstlerInnen und HelferInnen, seit langer Zeit. In der grossen Hoffnung unsere Gesellschaft wachzurütteln: "Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

06.11.2011

Viel zu tun, um wieder nur zu sein.....


Ab dem Moment, wo der „Ernst des Lebens“ losgeht, beginnt die gnadenlose Benotung des Tuns. Vorbei ist es mit der unendlichen Leichtigkeit des süssen Seins. Vorausgesetzt natürlich, die Kindheit war bis dahin eine, die diese Bezeichnung auch verdient. Also eine in liebevoller Geborgenheit.

Unser Leben ändert sich mit dem ersten Schultag schlagartig und bestimmt den Rest der Zeit auf diesem Planeten. Wir werden darauf getrimmt Bestleistungen zu erbringen, koste es was es wolle. So ist unsere Gesellschaft nun mal aufgebaut. Das könnte ich jetzt seitenlang fundiert kritisieren; bringt allerdings Null komma Nichts. Weil es sowieso so ist.

Was wir dabei jedoch scheinbar vergessen haben ist, dass am Ende wieder das reine Nichts steht! Dazwischen gibt es allerlei Varianten: vom durchschnittlich permanent leicht verschuldeten Leben, über das höchst erfolgreiche Tun, bis zum kompletten Absturz ist alles möglich. Kommt nur drauf an wie gelungen die Mischung aus harter Arbeit, der nötigen Portion Glück, dem Umfeld aus dem wir kommen und dem Weg, den wir eingeschlagen haben ist. Und halt auch den zirka siebzehntausend anderen Dingen, die da alle so mitspielen.....

Was das Leben jedoch meineserachtens so richtig schön macht, sind diese ganz kleinen Momente des puren Seins. Für mich sind die immer sehr still. Unendlich still! Lassen mich einfach fühlen, dass es pure Schönheit im Leben gibt und zwar eine, die absolut nichts mit dem zu Tun hat was ich leiste.

Wobei ich auch dazusagen muss, dass ich zurzeit kaum was leiste. Weil ich vollkommen ausgebrannt bin. Die Gründe dafür, oder zumindest die erste Analyse auf Basis meiner ersten Therapieeinheit, sind den LeserInnen meines Blogs bekannt. Was ich schon gelernt habe ist, dass ich mich für meinen psychischen Zustand nicht mehr schäme.

Und jetzt steht in ertragbarer Kürze die nächste mehrmonatige Therapieeinheit vor mir. Eine, bei der ich meine Psyche weiter bis in den kleinsten Winkel durchforsten, durcharbeiten und aufräumen werde. Aufarbeiten, was aufzuarbeiten ist und den Sinn meines Lebens für mich persönlich auf eine neue Basis zu stellen.

Auf eine, die zumindest mir selbst die wundervolle Möglichkeit gibt, mich nicht mehr ausschliesslich aufgrund meiner monetären Erfolge oder auch erlebten Misserfolge und der damit verbundenen Statussymbole zu bewerten.

Ich hab jetzt also viel zu tun. Eine, wie ich bei der ersten Therapie erfahren konnte, extrem harte Arbeit an mir selbst. Aber auch eine, auf die ich mich wirklich sehr freue. Denn am Ende steht das, was ich am meisten in meinem Leben vermisse: die wundervolle Leichtigkeit des puren, mit mir selbst zufriedenen Seins!


Zum Abschluss eine zarte, heute mal rein wirtschaftliche, Anregung: Nachdem es in unserem System sowieso keine angedachte Alternative zur Leistungsgesellschaft gibt; schaut bitte nicht mehr weg, wenn die Basis dafür schon ganz zu Beginn zerstört wird!
Daran arbeite ich, wie viele meiner FreundInnen, unzählige KünstlerInnen und HelferInnen, seit langer Zeit. In der grossen Hoffnung unsere Gesellschaft wachzurütteln: "Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!" -> http://www.scherasade.at

03.11.2011

Burnout; scheiss Hilflosigkeit!


Gestern ein Polizist, heute ein Bankvorstand, da die Sekretärin, dort der Spitzensportler und auch ein paar Freunde von mir. Es beginnt sich zu schleppen, die Kraftlosigkeit steigert sich zum Höchstwert, dann kommt die Angst dazu, dann Panikattacken, dann erkennt man die schon länger vorherrschende Depression.

Zeitweise schleichen sich Selbstmordgedanken ein, tröstliche Gedanken, da sie diesen Zustand beenden würden, aber dann siegt glücklicherweise die Vernunft, die Erinnerung, dass das Leben doch schön sein kann.

Zumindest bei mir. Sicher auch, weil die nächste mehrmonatige Therapieeinheit in Aussicht gestellt ist. Und die Wartezeit darauf kann ich noch aushalten. Mit Medikamenten zwar, aber doch. Mit Rausgehen, unter Menschen sein, ist es zwar jetzt wieder mal komplett vorbei, was weh tut, aber das lässt sich nicht ändern.

Was aber wirklich das Schreckliche am Burnout ist; diese unendliche Hilflosigkeit dem Zustand gegenüber. Telefon abheben: unmöglich. Besuch empfangen: geht nicht. Vielleicht eine kleine Aufgabe erledigen: am Abend ist sie noch immer offen. Es geht ganz einfach gar nichts mehr. Null! Ausser dem täglichen Alleinsein mit Dir selbst. Auch wenn es doch einmal gelingt sich in Gesellschaft zu begeben; man ist allein. Und will sofort wieder heim. Zumindest allein sein, beim Alleinsein....

Dazu kommen zwischendurch die Aufmunterungen aus dem Umfeld, den Menschen die das Glück haben diesen Zustand nicht zu kennen. Und auch das Unverständnis, weil ihnen dieses Gefühl eben fremd ist. Die Ungläubigkeit darüber, dass der einfachste Weg vor die Tür unmöglich ist, weil er mit einer derartig brutalen Angst belegt ist, die eben nur jenen Menschen bekannt ist, die Burnout kennen.

Zugleich raubt man allerdings in diesem Zustand seinem Umfeld langsam aber sicher die Kraft. Weil keine Zusagen mehr gelten. Weil Vereinbartes nicht mehr eingehalten wird. Weil Anrufe nicht beantwortet werden. Weil auch das Umfeld hilflos wird. Hilflos gegenüber meiner Hilflosigkeit mir selbst gegenüber.

Irgendwann, wie gesagt; sicher auch Dank der kommenden Therapie, wird das Vergangenheit sein. Aber im Jetzt und Hier bin ich nicht da.


Vieles, das uns zum Teil ein Leben lang begleitet oder nur durch intensive psychische Arbeit wieder in´s Lot gebracht werden kann, hat seine Ursache ganz am Anfang unseres Sein´s auf dieser Welt. Das ist nur einer der vielen Gründe für meine immer gleichbleibend lautstarke Forderung: KEINE GEWALT GEGEN KINDER!

Mit dem Charityprojekt Scherasade versuchen wir seit Langem ein Umdenken in unserer Gesellschaft zum Thema Kindesmisshandlung zu erreichen. Menschen zumindest dazu zu bringen nicht mehr wegzuschauen! Und sammeln Spenden, um Kinder zu unterstützen, denen ein liebevoller Start in´s Leben verwehrt geblieben ist. Infos und Spendenmöglichkeiten -> http://www.scherasade.at

01.11.2011

Allerheiligen: Kuscheln oder töten!


Das Rezept ist wirklich sehr, sehr einfach!

Entweder: An sich ziehen, über den Kopf streicheln, sanft über den Nacken fahren, ganz einfach nur so halten. In aller Ruhe zusammensein, Geborgenheit fühlen lassen, Liebe zeigen, der Menschlichkeit viel Raum geben. Probleme gemeinsam lösen, einen schönen Weg in die Zukunft aufzeigen. Mitgeben, dass das Jetzt und Hier das Wichtigste überhaupt ist. Der Freude über das gemeinsam begonnene und laufende Leben immer wieder mal mit kleinen Gesten Ausdruck verleihen. Zwanzig Minuten pro Tag kuscheln reichen erwiesenermassen vollkommen aus.....

Oder: Die kleinste Abweichung von unbegreiflichen, unbegründeten oder willkürlich aufgestellten Normen härtestens zu sanktionieren. Prügeln und Demütigungen im Alltag breiten Platz zu bieten. Schläge, Stossen, gegen die Wand schleudern, Verbrennen, Einklemmen, Untertauchen, Würgen, Urin trinken oder Kot und Erbrochenes essen lassen, Ablehnung, Verängstigung, Terrorisierung, Isolierung, beschimpfen, verspotten, erniedrigen, einsperren, bedrohen, keine Zuwendung, mangelhafter Schutz vor Gefahren, mangelhafte Förderung und Anregung von Talenten. Oder; sie ganz einfach ficken!

Ihr habt die Wahl wie ihr eure Kinder auf das Leben vorbereitet. Aber eines muss euch klar sein, müsst ihr immer vor Augen haben:

Kinder, die einer liebevollen Umgebung mit dem wundervollen Gefühl der Geborgenheit aufwachsen, haben die grössten Chancen glückliche Erwachsene zu werden.

Kinder, die gebogen und gebrochen werden haben kein Leben! Sie sind dazu verurteilt unfähig zu sein Gefühle zu leben, Liebe, Leidenschaft und alle anderen Genusserlebnisse als Erwachsene so richtig zu empfinden oder zu geben. Sie werden weder lebendig noch tot sein. Nur die Seele, die habt ihr ihnen dann garantiert getötet!

Und jetzt: in die Kirche gehen und ein wenig darüber nachdenken, welches der beiden Rezepte all die Heiligen, die ihr heute ehrt, wohl wählen würden, um Kindern den Weg in´s Leben zu zeigen.......


Scherasade. Keine Gewalt gegen Kinder!“ arbeitet intensiv daran, dass sich die Situation in unserer Gesellschaft ändert, dass niemand mehr wegschaut, wenn Kinder misshandelt und missbraucht werden. Jede Unterstützung hilft uns! Kontakt, Spendenmöglichkeit und laufende Aktionen -> http://www.scherasade.at