Es ist immer wieder erschreckend, wie wohl ich mich in einem Zimmer fühle. In meinem Zimmer, in einem Zentrum für psychisch erkrankte Menschen. Allein. Wie gut es tut die Welt nach draussen zu sperren. Ich kann nicht kommen, ich kann nicht gehen. Aber sein kann ich wirklich ausgezeichnet. Da, wo niemand ist, da ist mein Sein ein perfektes. Für mich.
Von der Stärke der Schwäche, lese ich beim Gottesraum, dem zum Schweigen. Das ist doch wirklich nur Scheisse! Ich bin hier, weil ich mir nicht im Geringsten vorstellen kann allein zur zehn Meter entfernten Tankstelle zu gehen um mir Zigaretten zu kaufen. Weil meine unsichtbaren Monster am Weg lauern, um mich sofort zurückzujagen. Die Stärke der Schwäche. Ich bin so stark schwach, dass ich mich dauernd übergebend mit Blutdruckwerten von 18/32 mit Blaulicht nach Kittsee ins spital gebracht wurde. Drei mal hintereinander! Und trotzdem, gerade jetzt, in diesem Moment, in meinem neuen Reich, mitten im psychosomatischen Zentrum, da ist er, der kleine Lebenslustgedanke:
Meine Lust auf eine gute Flasche Welschriesling, einem zart gebratenen Zander, frisch gefangen im Neusiedler See, mit einem Hauch Knoblauch und ein paar Zweigen frischem Thymians aus dem Garten gewürzt, steigt ins Unermessliche. Genossen an einem einsamen Platz, unter einem schattenspendenden Baum, an einem herrlichen Sonnentag. Wobei die Betonung auf den einsamen Platz liegt.
29.10.2010
Weil´s raus sollte, danach.... 4
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Mach Kopfkino ... dort findest du einstweilen deinen Platz mit dem guten Wein, dem Zander und mit dir! Und dann, wenn du bereit bist, geh raus und fang dir deinen Zander und trinke auf dich ein Glas!
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