29.10.2010
Weil´s raus sollte, danach.... 5
Stattdessen fliegt laut knatternd ein Helikopter über uns hinweg. „Fliegen können muss was Schönes sein“ sagt ein dürres altes Männlein neben mir und grinst mich breit an. Wem sagst du das, mein Alter... Mein Paradiesvogel, auf den linken Unterschenkel tätoviert, schaut zu mir herauf: „Sei nicht so ätzen, du hast dir sowieso schon vor langer Zeit deinem eigenen Planeten geschaffen!“ Stimmt auch wieder; aber der ist leider ganz schön aus seiner Umlaufbahn geraten. Sonst wäre ich ja nicht hier. Im Psychozentrum. Die kennen zwar meinen Planeten nicht, aber zumindest können sie mir auf dem ihren helfen. Und das ist viel mehr, als ich die letzten Jahre für mich selbst tun konnte. Ein Zwischenstopp, ein Generalservice, oder sogar ein technisches Update, weil die Grundkonstruktion ab dem ersten Tag gewaltig versaut wurde, irgend so was halt. Was es genau werden wird, ergeben die Gespräche der nächsten Tage. Da wird das ausgegraben werden, was ich so tief eingebuddelt habe, dass ich es selbst nicht mehr finde und mich auch nicht erinnern kann, was es eigentlich ist. Aber danach, danach möchte ich wieder zurück auf den in meinem Kopf geschaffenen Platz. Denn es gefällt mir in meiner bunten Welt, in der alles so ist wie ich es erdacht habe, alles so sein darf wie es will, sich auch immer wieder verändern darf, weil es dann wieder ist, wie es gerade sein soll. Wie eine Seifenblubberblasenwelt, die sich in jeder Sekunde neu erfindet, weil sie nur da ihre buntgewaltige Schönheit in aller Pracht zeigen kann. Mir, demjenigen, der diesen Planeten bewohnt und sich seiner ist; zeitweise sogar mit Gästen. Ist aber im Moment auch weit weg, eben wie auch jener, auf dem sich die anderen zwangsläufig aufhalten. Zugedeckt mit Angst, und zwar einer, die eigentlich gar nicht da sein dürfte. Weil sie nämlich nicht ist. Aber dann leider doch. In mir.....
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