29.10.2010

Weil´s raus sollte, danach.....9

Hatte gerade einen Spaziergang auf der Gemeinschaftswiese gemacht und da hat mich eine Biene in den Fuss gestochen. Für mich ein kurzer durchdringender Schmerz, aber für die Biene der sichere Tot. Für das erste Mal im Leben, dass sie sich heftig verteidigt hat, hat sie ihr Leben ausgehaucht. Ich hab ja keine Ahnung ob sie das vorher gewusst hat, aber auf jeden Fall ist das alles andere als lustig. Mich allerdings führt es zu einer weiteren, sehr lustigen Geschichte. Von einer so richtig grauen Tante, rund um die fünfzig. Eine von denen, die sich ihr Leben lang nie trauen den Mund aufzumachen, sicher nie ein lautes Wort verlieren. Sich immer ducken und jegliche Schuld ganz automatisch bei sich selbst suchen. Von ihr ist hier die Rede, und von ihrer Nachbarin. Marke „ich bin die Hüterin dessen was sich gehört und das sage ich immer laut, jedem der es hören will oder auch nicht“. Auf die penetrant unangenehme Art wie wir sie von den verkappten Ordnungshütern kennen. Jenen die unter einem diktatorischen Regime sofort stramm stehen und ihre besten Freunde denunzieren würden, weil es nun mal ihre gottverdammte Bürgerpflicht ist. - Nun, die beiden leben Haus an Haus in einer Siedlung. Vorgarten, Haus, Garten, alles brav eingezäunt, wie es sich gehört. "Frau Pflichtbewusst" geht unserer grauen Maus fast täglich ganz fest auf die Nerven. Das Rad des Enkelkindes im Vorgarten, die nicht akkurat geschnittene Hecke, das am Sonntag nicht gewaschene Auto, dass „man sich ja richtig genieren muss“ und allerlei mehr. Tag aus Tag ein die gleiche nervtötende Leier. Und natürlich macht sie auch bei jeder Gelegenheit Stimmung gegen unsere graue Maus. Weil so was ganz einfach nicht in diese gepflegte Siedlung gehört, weil das ja den guten Ruf zerstört, weil das eben so einfach jetzt wirklich nicht mehr weitergeht. Und unserere graue Maus erträgt das Jahr aus Jahr ein. Immer wieder auf´s Neue innerlich verletzt. Aber sagen tut sie nichts. Weil sie sich nicht traut. Weil sie es nie gelernt hat. Weil sie es eben wirklich nicht kann, nicht über´s Herz bringt. Eines Tages geht sie bei einem Geschäft vorbei und entdeckt in der Auslage einen doch eher sehr grossen Gartenzwerg mit heruntergelassner Hose. Und genau der steht seit damals auf der Begrenzungssäule ihres Grundstücks und streckt der Nachbarin seinen nackten Arsch entgegen. Seitdem bekommt der Gartenzwerg, immer wenn die Nachbarin keift, einfach einen netten Streichler über den blanken Hintern. Und alles ist gut. - Und ich denke mir: Das Leben kann in seiner einfachheit so schön sein..... :-)

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