29.10.2010
Weil´s raus sollte, danach.... 7
Es sind widerliche menschenverachtende, andere herabsetzende Gestalten, die meinem Planeten das bunt verschmutzt haben. Und den Rest, den ganzen Rest hab ich dann selbst erledigt. Oder nicht ganz. Da hab ich schon ein wenig Hilfe gehabt. Erfolgreich wurde mir der Sinn des Lebens in seiner vollen Pracht und Blüte eingebläut. Oder eigentlich besser: ausgebläut. Erinnerungen, die immer wieder mal auftauchen. Sind schon sehr verblasst, zum Teil verschwunden. Aber so das fett Unterstrichene, das ist schon noch präsent. Die Striemen, die das Sitzen zur Qual machen. Haut die aufplatzt, Blut das über den Rücken rinnt. Und der Versuch es ohne Tränen zu überstehen, ohne Schreien zu überstehen, zu gewinnen, gegen das, was da geschieht. Hab ich aber nie geschafft. Ist mir, soweit ich mich erinnern kann und überhaupt noch will, nie gelungen. Ist aber in Kombination mit einprägsamen Merksätzen schon wieder fast zum Comic mutiert; "Wenn Du nichts mehr hast, kannst Du Dich immer noch auf Deine Familie verlassen. Die Familie ist das Einzige, was Dir immer bleiben wird.“ Dass ich mich am Heimweg von der Schule schon kräftig anspeibe vor Angst, vor dem was mich zuhause erwartet, gehört dazu, zum erquickenden Familienglück. Weil die Schulnote nicht dem Niveau des Hauses entspricht, in dem ich Glücklicher aufwachsen darf. Weil ich die Schule geschwänzt habe. Weil ich mein Federpinal verloren habe. Weil ich seit Wochen keinen Bock mehr darauf habe in den Turnverein zu gehen. Weil ich meine Schultasche liegen gelassen habe. Weil ich, was weis ich getan habe; Gründe hat es wirklich genug gegeben mich „wie einen Tanzbären abzudreschen“, damit ich mir endlich mal merke was so Sache ist. Denn „ich werde Dir schon noch beweisen, wer von uns beiden der Stärkere ist“. Und ich muss jetzt gestehen; es hat wirklich was gebracht. Und wie! Es hat mich zum Lügner gemacht, zum ausgezeichneten Lügner, zum exzellenten Lügner, zum exzeptionellen Lügener geradezu. Vielleicht hat es sogar meine Phantasie geschärft, weil ich mir permanent Lügen einfallen hab lassen. Wer weiss? Und der wirklich grandiose Lügner wäre ich sicher bis heute geblieben. Hätte sich nicht irgendwann, ganz plötzlich, eines Tages mein Planet bei mir vorgestellt. Schön, bunt, lustig, zärtlich, sonnig (immer sonnig!), voller fröhlicher Geschichten, genussvoll, leidenschaftlich schräg, umwerfend komisch, mein lange vermisster Platz im Universum einfach. Plötzlich war er in meinem Kopf und lange auch in meiner Realität. Bis er begonnen hat langsam grau zu werden. Wie Seifenblasen sind sie zerplatzt, die bunten Bilder, die mich begleitet haben. Eines nach dem anderen. Wurden ersetzt durch Stille, Schweigen und Nichts. Ein Angst machendes Nichts, das ich einfach nicht betreten wollte, aber auch nicht verlassen konnte. Hat mich nicht mehr freigegeben und ich selbst mich auch nicht. Deshalb bin ich jetz da wo ich eben bin. Um mir meinen Planeten zurückzuholen. Den eurigen könnt ihr behalten, da geh ich drauf spazieren, weil´s anders ja nicht möglich ist. Aber den meinen; auf dem lebe ich. Und zu Gast ist nur, wer mir gerade bunt genug erscheint. Jawohl, wenn ich hier rausmarschiere, dann bin ich wieder dort. Und ihr könnt mir glauben; ich hab mich noch nie in meinem Leben so auf etwas gefreut, wie auf meine Rückkehr. Wird noch dauern, aber glücklicher Weise: nicht zu lange.
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Richard, wir sind ja schon eine Weile bei Facebook befreundet und ich verfolge dein Tun hierdurch schon länger. Ich mag es kaum schreiben, aber ich betrachte deinen Zusammenbruch als deinen Weg in eine optimistischere Zukunft und ich werde gespannt zusehen, wie es dir gelingt ihn zu gehen.
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